Biomilch enthält weniger Jod

Milch und Milchprodukte können bis zu 50% der empfohlenen Zufuhrmenge für Jod abdecken. In Biomilch und Biomilchprodukte ist jedoch deutlich weniger Jod enthalten. (Foto: Fotolia / Be_Ta-Artworks)
Milch und Milchprodukte können bis zu 50% der empfohlenen Zufuhrmenge für Jod abdecken. In Biomilch und Biomilchprodukte ist jedoch deutlich weniger Jod enthalten. (Foto: Fotolia / Be_Ta-Artworks)

(dbp/fru) Milch und Milchprodukte sind ein wichtiger Jodlieferant. Sie gehören zusammen mit Jodsalz, Meeresfrüchten, Fisch und Algen, zu den wichtigsten Jodquellen in der Nahrung.

Allerdings enthalten Biomilch und -milchprodukte z. B. einen geringeren Anteil an Jod und Selen. Konventionell erzeugte Milch enthält nach verschiedenen Erhebungen Jod in einer Größenordnung von 100 Mikrogramm pro Liter, während Biomilch davon nur die Hälfte bis zwei Drittel enthält.

Tierfutter entscheidend

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere benötigen Jod, also auch die Kuh. Schließlich vollbringt sie mit der Produktion der Milch Höchstleistungen. Ausschlaggebend für den Jodgehalt der Milch ist, wie viel Jod das Futter der Kuh enthielt, erklärt Professor Dr. agr. hab. Friedrich Schöne von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft und Beiratsmitglied des Arbeitskreises Jodmangel e.V. Gras- und Maisfuttermittel, aber auch Futtergetreide, sind allesamt von Natur aus jodarm, so dass Jodzusätze zum Tierfutter notwendig sind. Eine Mindestverfütterung an Jod ist nicht vorgeschrieben, es gibt fachliche aber keine per Gesetz bindenden Empfehlungen. Das bedeutet, die Jodzufuhr kann erheblich variieren – theoretisch im Bereich von einem Futter ohne Jodzusatz bis zu einem mit 5 Milligramm Jod pro Kilogramm Futtertrockenmasse, der Höchstkonzentration laut Futtermittelverordnung.

Manche Verbraucher sind aufgrund des Futterzusatzes von Jod verunsichert. Die erlaubten Jodverbindungen, die für Biofutter eingesetzt werden, Kaliumjodid und Natriumjodid bzw. die entsprechenden Jodate, sind allerdings für Mensch und Tier sehr gut verträglich.

Biolandwirte füttern weniger Jod hinzu als konventionelle Landwirte. In einigen wenigen Biobetrieben, die vermutlich auf einen Mineralzusatz zum Futter verzichten, wurde jedoch extrem jodarme Milch (mit weniger als 30 Mikrogramm Jod pro Liter) nachgewiesen. Wer also Biomilch und Biomilchprodukte konsumieren möchte, sollte seinen Jodbedarf über andere Lebensmittel decken oder seine Nahrung entsprechend ergänzen.