Dem Brustkrebs auf der Spur

In Städten findet die Vorsorgeuntersuchung in zertifizierten Zentren statt - auf dem Land kommt teils ein speziell dafür ausgestatteter Bus (Mammobil) vorbei. (Foto: Kooperationsgemeinschaft Mammographie / Viviane Wild)
In Städten findet die Vorsorgeuntersuchung in zertifizierten Zentren statt - auf dem Land kommt teils ein speziell dafür ausgestatteter Bus (Mammobil) vorbei. (Foto: Kooperationsgemeinschaft Mammographie / Viviane Wild)

Pro und Kontra bei den angebotenen Vorsorgemöglichkeiten für Frauen.

(dbp/fru) Je eher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen – so auch bei Brustkrebs. „Wird Brustkrebs früher erkannt, ist die Behandlung weniger belastend und statistisch erfolgreicher“, teilt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums mit. Es gibt einige Untersuchungsmethoden zur Früherkennung von Brustkrebs. Welche Früherkennungsmethode für welche Frau geeignet ist, machen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der Deutschen Krebshilfe hauptsächlich vom Alter abhängig.

Vorteile überwiegen die Nachteile

Für Frauen unter 30 wird derzeit kein Screening empfohlen, da diese nur relativ selten an Brustkrebs erkranken. Bei Frauen zwischen 30 und 39 Jahren bezahlt die gesetzliche Krankenkasse eine jährliche Tastuntersuchung der Brust. Werden dabei Auffälligkeiten entdeckt, kann im Anschluss eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Auch Frauen zwischen 40 und 49 Jahren können sich die Brust jährlich vom Facharzt abtasten lassen. Bei Auffälligkeiten wird hier eine kurative Mammographie (hier liegt ein konkreter Brustkrebsverdacht vor) empfohlen. Ist der Befund dabei nicht eindeutig, kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden neben der jährlichen Tastuntersuchung alle zwei Jahre automatisch zum Mammographie-Screening eingeladen.

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der die Brust zwischen zwei Platten eingeklemmt und senkrecht wie waagrecht durchleuchtet wird. Je flacher sie gedrückt wird, desto aussagekräftiger sind die Bilder. Für Frauen mit fester Brust kann die Prozedur deshalb etwas schmerzhaft sein. Der Nutzen des Mammographie-Screenings für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren überwiege deutlich den möglichen Schaden, teilt die „Kooperationsgemeinschaft Mammographie“ mit und beruft sich auf aktuellen wissenschaftlichen Auswertungen eines WHO-Expertengremiums. Demnach könne durch die systematische Brustkrebs-Früherkennung die Brustkrebssterblichkeit um bis zu 23 Prozent gesenkt werden. Die Vorteile überwiegen also die Nachteile, wie z. B. eine zusätzliche Strahlenbelastung.

Entwicklung von vorbeugendem Brustkrebs-Impfstoff

Auch auf dem Feld der Brustkrebs-Forschung tut sich immer mehr. So gibt es beispielsweise mögliche Fortschritte bei der Entwicklung eines vorbeugenden Brustkrebs-Impfstoffs. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität und der Medizinischen Universität Wien konnten in Laborversuchen zeigen, dass eine Impfung, die aus sogenannten Mimotopen (nachgebaute Teile von Tumorantigenen) besteht, gegen HER2-positive Brusttumore schützt. HER2 ist ein Wachstumsfaktor der bei etwa 20 Prozent der Brustkrebs-Patientinnen nachgewiesen werden kann.

Die Partikel in der Impfung lösten in Versuchen mit Mäusen eine starke Immunantwort bei den Tieren aus. Mit Mimotopen geimpfte Mäuse waren signifikant vor dem Wachsen von Tumoren mit dem HER2-Tumorantigen geschützt. Die Kontrollgruppe ohne Impfung hingegen entwickelte Brusttumoren. Langfristig könnte daraus ein prophylaktischer Impfstoff gegen HER2-positiven Brustkrebs entstehen. Auch eine therapeutische Anwendung wäre denkbar.