Die Staroperation: Linsentausch für klare Sicht

Austausch der körpereigenen gegen eine Kunstlinse: Die trübe Linse wird abgesaugt und danach eine sich selbst entfaltende Linse in den Kapselsack eingeführt. (Grafik: Alexonline/Fotolia)
Austausch der körpereigenen gegen eine Kunstlinse: Die trübe Linse wird abgesaugt und danach eine sich selbst entfaltende Linse in den Kapselsack eingeführt. (Grafik: Alexonline/Fotolia)

Ein chirurgischer Eingriff kann beim Grauen Star die Sehschärfe verbessern.

Wenn der Graue Star (medizinisch: Katarakt) die Linse im Auge so weit getrübt hat, dass sich das Sehen extrem verschlechtert, ist eine Operation bislang die einzige effektive Behandlungsmöglichkeit. Liegen keine anderen Augenerkrankungen vor, bringt der Eingriff fast immer einen Erfolg, sagt der Berufsverband der Augenärzte. Bei der Staroperation wird die eingetrübte Linse entfernt und durch eine neue, künstliche Linse (Intraokularlinse) ersetzt. Technik und Methoden sind inzwischen so weit ausgereift, dass der Linsentausch für Augenchirurgen Routine ist – ähnlich dem Augenlasern.

Die Operation dauert in der Regel um die 20 Minuten und wird meist ambulant durchgeführt. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Patient nicht wegen anderer Erkrankungen noch nach dem Eingriff überwacht werden muss und dass die Versorgung zuhause sichergestellt ist.

Operation mit Mini-Schnitt

Doch was passiert genau in diesen rund 20 Minuten im Operationssaal? Statt Vollnarkose, die nur in wenigen Fällen nötig ist, gibt es in der Regel eine örtliche Betäubung – entweder durch eine Spritze neben den Augapfel oder Tropfen beziehungsweise ein Gel ins Auge. Während des Eingriffs darf sich das Auge schließlich nicht bewegen.

Wurde früher oft die gesamte Linse entfernt, geht man bei der Staroperation heute deutlich schonender vor, wie der Berufsverband der Augenärzte betont. Die gängigste Methode ist die sogenannte Phakoemulsifikation. Dabei wird die Linsenkapsel wenige Millimeter weit aufgeschnitten. Durch die Öffnung zerkleinert der Chirurg den härteren Linsenkern mittels Ultraschall und saugt ihn zusammen mit der Linsenrinde ab. Zurück bleibt eine leere „Tasche“, der Kapselsack, in den die neue Kunstlinse eingesetzt werden kann. Es gibt hochmoderne falt- oder rollbare Linsen aus weichen Acrylaten, die sogar durch Schnitte, die kleiner als drei Millimeter sind, in den Kapselsack geschoben werden können. Dort entfalten sie sich von selbst und verankern sich mithilfe ihrer elastischen Bügel an Ort und Stelle.

Verschiedene Linsentypen

Im Vorfeld müssen die Patienten gründlich untersucht und eventuelle andere Erkrankungen, die die Operation beeinträchtigen könnten, abgeklärt werden. Feststehen muss auch die genaue Brechkraft und Länge der Augen, denn anhand dieser Werte wird die neue Kunstlinse ausgewählt. Die Wahl haben Patienten zwischen Linsen für die Nah- oder die Ferneinstellung wie auch sogenannten Multifokallinsen, die – ähnlich einer Gleichsichtbrille – beides können. Sie haben aber wiederum Nachteile beim Kontrastsehen, was für nächtliche Autofahrten und Arbeiten am PC ungünstiger ist.

Darüber hinaus gibt es Linsen, die Hornhautverkrümmungen ausgleichen und solche mit speziellen Farbfiltern, die die Netzhaut vom Blauanteil des einfallenden Lichtes abschirmen. Dieser steht im Verdacht, Netzhauterkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu verursachen. Welcher Linsentyp am besten geeignet ist, darüber sollte man sich ausführlich vom behandelnden Arzt beraten lassen.