„Er könnte heute noch leben!“

Oft sind es Nichtigkeiten, mit denen man sich vor der Darmkrebsvorsorge drückt. Darauf macht die Felix Burda Stiftung in diesem Jahr wieder mit Clips und Plakaten aufmerksam. (Foto: Felix Burda Stiftung)
Oft sind es Nichtigkeiten, mit denen man sich vor der Darmkrebsvorsorge drückt. Darauf macht die Felix Burda Stiftung in diesem Jahr wieder mit Clips und Plakaten aufmerksam. (Foto: Felix Burda Stiftung)

Präventionsmaßnahmen sind bei Darmkrebs besonders effektiv.

(dbp/fru) Als Felix Burda 1999 mit Bauchschmerzen zum Arzt ging, war es schon zu spät. Der gemeinsame Sohn von Verleger Hubert Burda und seiner ersten Frau Christa Maar hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerem Darmkrebs. Seine Bauchschmerzen kamen jedoch nicht vom Darmkrebs selbst, sondern von den Tochtergeschwülsten in der Leber (Metastasen). Der Darmkrebs war also bereits jahrelang unbemerkt gewachsen und hatte in die Leber gestreut. Und genau das ist das Tückische am Darmkrebs. Er wächst sehr langsam und verursacht oft erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden.

„Hätte man jemals in unserer Familie eine Familienanamnese erstellt, wäre schnell klar geworden, dass Felix ein stark erhöhtes familiäres Risiko für diesen Krebs hatte“, so Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, im Rückblick. „Er hätte in diesem Fall bereits mit 25 Jahren seine erste Vorsorgedarmspieglung machen müssen. Dabei wären vermutlich Krebsvorstufen gefunden und entfernt worden und es wäre gar nicht erst zum Entstehen eines Karzinoms gekommen. Er könnte heute noch leben.“

Menschen vor seinem Schicksal bewahren

Christa Mahr folgt bis heute dem Wunsch ihres Sohnes, Menschen über Darmkrebs aufzuklären. Denn er gab seinen Eltern eine Aufgabe mit auf ihren weiteren Weg: Sie sollten eine Stiftung gründen, die seinen Namen trägt und dafür sorgen, dass möglichst vielen Menschen sein Schicksal erspart bleibt. „Dieser Aufgabe folge ich seit seinem Tod“, sagt Maar.

So wurde die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München gegründet. Zu den Projekten der Stiftung zählen heute der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem Menschen, Institutionen und Unternehmen für herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt werden. Außerdem tourt das größte begehbare Darmmodell Europas kontinuierlich durch Deutschland.

Wiederholung der „Kinder-Kampagne“ gegen Darmkrebs

Im Rahmen des diesjährigen Darmkrebsmonats März wiederholt die Felix Burda Stiftung die erfolgreiche Werbung aus dem letzten Jahr. Unter dem Motto „Ausreden können tödlich sein!“ sorgt eine Schulaufführung für einen überraschenden Schockmoment. „Für jeden Scheiß hast Du Zeit gehabt, dafür hat Dich jetzt der Krebs umgebracht“ singen die Kinder. Im TV wurde der Spot über 4.500 Mal geschaltet und allein auf YouTube über 220.000 Mal geklickt sowie hundertfach kommentiert.

„Dies übertrifft nicht nur unsere Erwartungen“, so Carsten Frederik Buchert, der bei der Felix Burda Stiftung die Kampagne verantwortet, „sondern zeigt insbesondere im Vergleich mit anderen Gesundheits-Clips, dass wir hier durchaus von einem viralen Erfolg im Bereich Gesundheits-Kommunikation sprechen können.“

Oft seien es unsinnige Nichtigkeiten, mit denen man sich vor der wichtigen Auseinandersetzung mit der Darmkrebsvorsorge drückt, sagt Buchert. Gerade dieser nachlässige Umgang mit der eigenen Gesundheit aber, kann womöglich zu einem tragischen Ende führen. Wenn die Vorsorge nämlich so lange hinausgezögert wurde, bis der Darmkrebs zu weit fortgeschritten ist. Daher will die Felix Burda Stiftung in diesem Jahr wieder hunderttausende von (vermeintlich) gesunden Menschen in Deutschland für die Prävention begeistern und dazu motivieren, die gesetzlichen Präventionsangebote wie z. B. die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen.