Gärtnern bis ins hohe Alter

Senioren sollten beim Gärtnern Hochbeete anlegen – das schont später den Rücken. (Foto: Fotolia / Patrizia Tilly)
Senioren sollten beim Gärtnern Hochbeete anlegen – das schont später den Rücken. (Foto: Fotolia / Patrizia Tilly)

Gartenarbeit fördert die geistige und körperliche Fitness.

(dbp/fru) Jeder Arzt wird bestätigen, dass Bewegung an der frischen Luft gut tut. Und bei der Gartenarbeit macht man genau das – und zwar im eigenen Tempo und nach den noch vorhandenen motorischen Fähigkeiten, sogar bis ins hohe Alter. Es gibt Senioren, die noch mit über 80 Jahren auf hohen Leitern klettern, um die Obsternte des eigenen Apfelbaums einzufahren. Nicht umsonst gibt es in Deutschland auch etwa eine Million Kleingärten. In ihnen graben, pflanzen, fachsimpeln und entspannen fünf Millionen Menschen, teilt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) mit.

Seniorengerechte Umgestaltung des Gartens

Als älterer Mensch kann man sein Gartenhobby auf verschiedene Weise betreiben. Das hängt vor allem von den eigenen Möglichkeiten sowie der Gestaltung und Bepflanzung der Gartenanlage ab. Wenn es um die seniorengerechte Umgestaltung eines bereits bestehenden Gartens geht, kann man sich Hilfe von Profis einholen: „Eine professionelle Gartenberatung hilft, die eigenen Ideen und Wünsche zu ordnen und eine Planung vorzubereiten“, sagt Brigitte Kleinod, Biologin, Gartenplanerin und Buchautorin. Dabei müsse man im Vorfeld unbedingt einige Fragen für sich beantworten, z. B. welche Gartenteile einem wichtig sind, wie leistungsfähig man in Zukunft zu sein glaubt und natürlich auch wie viel Zeit und Geld man in den Garten investieren möchte.

Wenn es dann tatsächlich an die Gartenarbeit geht, empfiehlt Kleinod, sich im Alter keinesfalls zu überschätzen, denn die Folgen von Verletzungen oder Unfällen können im höheren Alter wesentlich gravierender sein als in jungen Jahren. Da heißt es dann lieber, einen Gang herunterzuschalten und den eigenen Garten eher als Ort der Ruhe und Erholung sowie der gesunden Betätigung an der frischen Luft schätzen zu lernen. Zu einer gesunden Betätigung im Garten zählt insbesondere ein rückenfreundliches Gärtnern. Hier gibt es verschiedene Hilfsmittel und Geräte, die beispielsweise ein rückenschonendes Umgraben der Erde erlauben. Und vor allem Hochbeete können die Gartenarbeit für Senioren erheblich erleichtern.

Gartenarbeit als Therapie

Gärtnern kann aber auch eine heilende Wirkung entfalten: „Die Gartentätigkeit ist eine der ältesten Mittel, um kranken Menschen durch alltagspraktische Tätigkeiten ein Gefühl von Selbstwirksamkeit zurückzugeben“, erklärt die Gesellschaft für Gartenbau und Therapie (GGuT) auf ihren Internetseiten. Die Gartentherapie sei eine Disziplin, die hauptsächlich zwischen Pädagogik, Pflege und Therapie angesiedelt ist, aber darüber hinaus auch weitere Anwendungsbereiche kennt. Dabei bedient man sich der vorhandenen Elemente im Garten als therapeutisch wirksames Mittel, wie z. B. seiner Pflanzen und Materialien. Währenddessen kommen aber auch Methoden aus anderen therapeutischen Richtungen zum Einsatz.

Es gibt somit unterschiedliche Therapieschwerpunkte der Gartentherapie. Wenn man eher im physiologischen Bereich arbeiten möchte, steht die Entwicklung und Verbesserung der Motorik, z. B. durch Koordinationstraining im Vordergrund. Im kognitiven Bereich kann man die Gartentherapie fürs Gedächtnistraining oder die Entfaltung seiner Kreativität einsetzen. Auf psychischer Ebene kann der emotionale Bereich (Selbstachtung und Selbstvertrauen) angesprochen werden. Und schließlich hat die Gartentherapie durch Kontakt und Kommunikation sowie Interaktion mit dem Therapeuten auch eine soziale Komponente.