Gesünder leben, gesünder bleiben

Schutzimpfungen sind ein wichtiges Thema im Präventionsgesetz. Bei Kindern wie auch bei Erwachsenen sollen Ärzte regelmäßig den Impfstatus prüfen. (Foto: Konstantin Yuganov / Fotolia)
Schutzimpfungen sind ein wichtiges Thema im Präventionsgesetz. Bei Kindern wie auch bei Erwachsenen sollen Ärzte regelmäßig den Impfstatus prüfen. (Foto: Konstantin Yuganov / Fotolia)

Nachgeforscht: Was ändert sich mit dem Präventionsgesetz?

(dbp/spo) Krebs, Diabetes, Bluthochdruck und Rückenleiden – das sind nur einige Beispiele für sogenannte Volkskrankheiten. Heißt: Krankheiten, die einen großen Teil der Bevölkerung treffen und deshalb hohe Behandlungskosten verursachen. Ganz zu schweigen von den Kosten für Unternehmen, wenn Mitarbeiter häufig fehlen. Um dieses Problem einzudämmen, hat der Bundestag im Juni 2015 das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ (kurz: Präventionsgesetz) verabschiedet. Seit dem 01. Januar 2016 sind alle Bestimmungen des Präventionsgesetzes in Kraft.

Was sind die Ziele des Gesetzes?

Schon bei den ersten Krankheitszeichen aktiv werden, beziehungsweise so zu leben, dass man gar nicht erst krank wird – das bedeutet Prävention. Das Gesetz soll also die gesundheitliche Prävention in Deutschland stärken. Und zwar mit Information und Angeboten dort, wo die Menschen einen Großteil ihrer Zeit verbringen: in der Schule, im Kindergarten, am Arbeitsplatz, im Pflegeheim.

Was ändert sich konkret für Kinder- und Jugendliche?

In Kindergärten und Schulen sollen gesundheitsorientierte Angebote gefördert werden, etwa zur Bewegung und zum gesunden Essen.

Die Hebammenhilfe ist ausgeweitet worden. Bislang hatten Frauen nach der Geburt acht Wochen Anspruch auf die Nachsorgeleistungen einer Hebamme. Jetzt sind es zwölf Wochen, auf ärztliche Anordnung auch länger.

Bei den Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt (U- oder J-Untersuchungen) sollen nicht nur Krankheiten erkannt, sondern auch Gesundheitsrisiken erfasst werden. Der Arzt soll beraten, wie solche Risiken eingedämmt werden können und – wenn nötig – z. B. Adressen von Beratungsstellen weitergeben.

Die Aufklärung über wichtige Schutzimpfungen soll verbessert werden. Eine Impfpflicht gibt es nach wie vor nicht. Allerdings müssen Eltern, wenn ihre Kinder in den Kindergarten kommen, nun nachweisen, dass sie zum Thema Impfschutz zumindest ärztlich beraten worden sind.

Wie profitieren Erwachsene?

Die Gesundheitsförderung in den Betrieben soll gestärkt werden. Das heißt: Auch Betriebsärzte dürfen Schutzimpfungen durchführen und – wenn sie Vertragsärzte der jeweiligen Krankenkasse sind – Gesundheits-Check-ups anbieten. Kleine und mittlere Betriebe sollen verstärkt über Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter informiert werden. Und davon gibt es viele: vom gesunden Kantinenessen bis hin zum Stressbewältigungskurs.

Die Gesundheits-Check-ups beim Arzt sollen auch bei Erwachsenen nicht mehr nur zum Erkennen von Krankheiten dienen. Der Arzt soll ebenso individuelle Belastungen aufdecken, die krank machen könnten, und Präventionsempfehlungen aussprechen. Außerdem soll bei Routineuntersuchungen der Impfstatus überprüft werden.

Und was ist mit den Senioren?

Auch Menschen, die in voll- oder teilstationären Pflegeeinrichtungen leben, sollen verstärkt Angebote zur Gesundheitsförderung erhalten. Das kann zum Beispiel gesundes Essen sein. Gemeint sind aber auch Kurse zur Sturzprävention oder allgemein zur Bewegung, sowie Angebote für die psychische Gesundheit (etwa Gesprächskreise oder Entspannungstrainings).