Neuer Roboter-Assistent bei Kopf-Hals-Tumoren

Mit einem neuen endoskopischen System können Kopf-Hals-Tumore nun besser operiert werden. (Foto: Fotolia / absolutimages)
Mit einem neuen endoskopischen System können Kopf-Hals-Tumore nun besser operiert werden. (Foto: Fotolia / absolutimages)

(dbp/fru) Bei Kopf-Hals-Tumoren sollen möglichst schonende Therapieverfahren eingesetzt werden, welche die Nebenwirkungen für den Patienten minimieren sollen.

Die sogenannte transorale Lasermikrochirurgie hat sich als ein Standardverfahren bei der chirurgischen Therapie dieser Tumoren etabliert. Nachteilig ist jedoch beispielsweise die eingeschränkte Übersicht beim Blick auf das OP-Feld.

Komplexe Funktionen von Rachen und Kehlkopf erhalten

Die Nachteile dieses Standardverfahrens sollen durch die transorale Roboter-assistierte Chirurgie (Transoral Robotic Surgery = TORS) beseitigt werden. „Die modernen Geräte helfen uns, die Folgen der Operation für die Patienten deutlich zu begrenzen und die komplexen Funktionen von Rachen und Kehlkopf zu erhalten“, erklärt Professor Stephan Lang, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Essen. Bei der Roboter-assistierten Kopf-Hals-Chirurgie hält der Operateur die Schneide- und Greifwerkzeuge wie beispielsweise Skalpell und Pinzette nicht mehr unmittelbar in der Hand, sondern führt diese mittels der mechanischen Arme des Roboters. Der Chirurg steuert die Geräte mit einer Konsole, während er vor einem Bildschirm sitzt. Live-Bilder zeigen dem Operateur den Fortschritt des Eingriffs.

Nun wurde ein neues flexibles Endoskopie-System speziell für die Kopf-Hals-Chirurgie entwickelt: Greifer, Schere und andere chirurgische Instrumente sind in einem biegsamen Endoskop integriert, mit dem der Chirurg Engstellen umkurven und alle Bereiche der oberen Schluckstraße mit einer HD-Kamera einsehen kann. „Insbesondere Tumoren in schwer zugänglichen Regionen wie beispielsweise Zungengrund oder unterer Rachen konnten gut eingesehen und entfernt werden“, fasst Professor Lang die Vorteile des neuen Systems zusammen. Die transorale Roboter-assistierte Chirurgie stehe zwar am Anfang und werde noch intensiv weiterentwickelt, stelle aber schon jetzt eine wichtige Ergänzung der chirurgischen Verfahren dar, so der Experte.