Nicht jede Erkältung verläuft harmlos

Auch Hausmittel, wie z. B. mit Salz zu inhalieren, helfen auf natürliche Weise gegen Erkältungen. (Foto: closeupimages / Fotolia)
Auch Hausmittel, wie z. B. mit Salz zu inhalieren, helfen auf natürliche Weise gegen Erkältungen. (Foto: closeupimages / Fotolia)

Bei hohem Fieber sollte man auf jeden Fall zum Arzt.

(dbp/fru) Ausgelöst wird eine Erkältung (grippaler Infekt) in der Regel durch Corona-, Adeno- oder Rhino-Viren. Im Gegensatz zur Grippe, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird und deren Symptome ganz plötzlich und viel schwerer auftreten (hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerz), entwickelt sich die Erkältung oft langsam über mehrere Tage. Im Schnitt werden Erwachsene zwei bis viermal im Jahr von einer Erkältung heimgesucht. Kinder können sogar sechs- bis zehnmal im Jahr erkältet sein, denn sie haben ein schwächeres Immunsystem und die Viren deshalb leichteres Spiel.

Nebenhöhlenerkrankungen ausschließen

Nur bei gravierenden Symptomen ist ein Arztbesuch notwendig. „Erkältungskrankheiten werden anfangs fast immer mit rezeptfreien Arzneimitteln behandelt. Besonders in der Selbstmedikation ist die Beratung durch den Apotheker wichtig, denn er kann beurteilen, ob ein Arztbesuch nötig ist“, erklärt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf ihren Internetseiten.

Auch bei einer meist harmlos verlaufenden Erkältung kann ein Arztbesuch angeraten sein – unter anderem, wenn z. B. Schmerzen in der Stirn oder im Augenbereich auftreten, was auf eine Beteiligung der Nebenhöhlen hinweisen kann. Zudem auch bei eitrigem oder blutigem Auswurf oder wenn beim Atmen oder Husten Schmerzen auftreten. Wenn man über 39 Grad Fieber hat oder dieses länger als zwei bis drei Tage anhält, ist ebenfalls ein Arztbesuch empfehlenswert. Und nicht zuletzt sollte der Arzt aufgesucht werden, wenn der Husten oder andere Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen in unveränderter Stärke andauern.

Rezeptfreie Medikamente lindern Symptome

Die Erkältungssymptome  wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit bekommt man recht gut mit rezeptfreien Arzneimitteln aus der Apotheke oder auch Hausmitteln in den Griff. In der Apotheke erhält man beispielsweise Lutschtabletten gegen den entzündeten Hals, schleimlösende Säfte gegen Husten oder hustendämpfende Mittel, Medikamente mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol gegen Kopf- und Gliederschmerzen, Nasenduschen, -tropfen oder -sprays, die für freie Atemwege sorgen, aber auch homöopathische Mittel auf Basis von Pflanzenextrakten.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weist darauf hin, dass Nasensprays oder -tropfen nicht länger als eine Woche am Stück angewandt werden sollten. Der Grund: Die Schleimhäute könnten dauerhaft angegriffen werden und gewöhnen sich an die Gabe des Medikaments. Aus hygienischen Gründen sollten Sprays zuhause auch immer nur von einer Person benutzt werden – und diese sollte sich vorher die Nase putzen.

Im Schnitt dauert es etwa eine Woche, bis eine Erkältung wieder abgeklungen ist, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Dauer der Erkältung kann mit Medikamenten in der Regel nicht verkürzt werden. Allerdings helfen solche Mittel, die Symptome besser zu ertragen. Über die richtige Arznei kann am besten der Apotheker beraten, er weiß auch über mögliche Nebenwirkungen Bescheid. Übrigens: Die Einnahme von Antibiotika macht meist keinen Sinn, denn diese helfen nur bei einer Infektion mit Bakterien und nicht gegen Erkältungsviren.