Patienten sollen Hoheit über ihre Daten haben

Das HPI-Team des Gesundheitscloud-Projekts hat die digitale Selbstbestimmung in der Gesundheitsversorgung zum Ziel. (Foto: HPI / K. Herschelmann)
Das HPI-Team des Gesundheitscloud-Projekts hat die digitale Selbstbestimmung in der Gesundheitsversorgung zum Ziel. (Foto: HPI / K. Herschelmann)

(dbp/fru) Die Elektronische Gesundheitskarte kommt nicht wirklich voran. Sie droht zu einem hunderte Millionen Euro teuren Debakel ohne tatsächlichen Nutzen für die Patienten zu werden.

Ursprüngliches Ziel war es, unter anderem die Patientenrechte zu stärken, indem wichtige Dokumente wie Arztbriefe, Befunde in einer individuellen, verschlüsselten Form darauf abgelegt werden sollten. Davon ist man momentan weit entfernt.

Daten in der Gesundheitscloud

Jetzt möchte sich auch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) dem Thema nähern und eine patientenzentrierte Plattform für Gesundheitsdaten und darauf basierenden Anwendungen mit einer „Gesundheitscloud“ realisieren. Im Vordergrund steht dabei der Grundsatz, dass Patientinnen und Patienten die Hoheit über ihre Gesundheitsdaten haben. Mithilfe einer Cloud-Architektur sollen diese Informationen an einem zentralen Ort verwahrt werden. Mündige Patientinnen und Patienten sollen dadurch einen kontinuierlichen Zugang zu ihren Gesundheitsdaten erhalten und souverän über deren Nutzung entscheiden können.

„Eine patientenzentrierte Gesundheitscloud kann so helfen, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren und gleichzeitig eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung zu ermöglichen“, so das HPI. Eine der Herausforderungen ist es, Gesundheitsdaten aus verschiedenen Datenquellen zusammenzuführen und sicher zu speichern. Die Patientinnen und Patienten behielten dabei stets die Kontrolle über ihre Daten und könnten Rechte zur Datennutzung individuell z. B. an vertrauenswürdiges ärztliches Fachpersonal, Familienmitglieder oder auch in anonymisierter Form für die medizinische Forschung vergeben. Ähnlich einer Blutspende könnten auch gesunde Personen ihre medizinischen Daten zur Verfügung stellen und dabei auch die Forschung unterstützen. Durch die Anbindung medizinischer Forschungsdatenbanken könnten per Echtzeit-Suche neueste medizinische Erkenntnisse in Behandlungen einfließen. Das könnte eine individualisierte Behandlung zu geringeren Kosten ermöglichen.