Sanfte Berührung entspannt das Schreibaby

Wenn Babys schreien, brauchen sie etwas. Meist finden die Eltern schnell heraus, was es ist. Nicht so bei Schreibabys. (Foto: Q / Fotolia)
Wenn Babys schreien, brauchen sie etwas. Meist finden die Eltern schnell heraus, was es ist. Nicht so bei Schreibabys. (Foto: Q / Fotolia)

Osteopathen mit spezieller Qualifikation behandeln auch ganz kleine Patienten

(dbp/auh) Die Osteopathie basiert auf der Vorstellung, dass viele Beschwerden aus Funktionsstörungen resultieren, die wiederum von Blockaden verursacht werden. Der Osteopath spürt mithilfe manueller Techniken solche Blockaden auf und versucht sie zu lösen. Nach Angaben des Verbandes der Osteopathen Deutschlands (VOD) können Funktionsstörungen beim Neugeborenen und beim Säugling mit dieser Therapie gut behandelt werden. Bei sogenannten Schreikindern sei die osteopathische Behandlung sogar wirksamer als die konventionelle, so der VOD unter Verweis auf eine unveröffentlichte Studie mit 45 Säuglingen im Alter von drei bis zwölf Wochen.

Kein Baby schreit ohne Grund. Es hat Hunger, es hat Durst, es hat die Windeln voll, es friert, es schwitzt, es hat Angst, es hat Schmerzen, es langweilt sich oder ist überfordert – in den ersten Lebensmonaten gibt es mehr als genug Anlässe zum Schreien und Weinen. Bekommt das Baby, was es braucht, beruhigt es sich wieder. Anders bei sogenannten Schreibabys: Sie schreien scheinbar grundlos, vor allem in den frühen Abendstunden, buchstäblich stundenlang, bis zur Erschöpfung.

Das Schreien lässt Eltern verzweifeln

An den Rand der physischen und psychischen Erschöpfung bringt das stundenlange Schreien auch die Eltern des Schreibabys. Nichts, was sie tun (oder nicht tun) hat einen beruhigenden Einfluss auf ihr Kind. Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) leiden 96 Prozent der betroffenen Mütter unter einem chronischen Erschöpfungs- und Überforderungssyndrom.

Als Schreibaby gilt ein Säugling, der täglich mehr als drei Stunden an mindestens drei Tagen der Woche über mehr als drei Wochen aus unerklärlichen Gründen schreit und sich kaum beruhigen lässt. Bis zum dritten Lebensmonat schreien etwa 16 Prozent der Babys in Deutschland exzessiv, bis zum sechsten Monat sinkt die Rate auf sechs Prozent, danach schreien nur noch 2,5 Prozent der Babys ungewöhnlich viel, so der BVKJ.

Regulationsstörung als Ursache

Was die Ursache für das Syndrom angeht, tappen nicht nur die verzweifelten Eltern im Dunkeln, auch die Fachwelt rätselt noch. Früher dachte man, dass die Luft im Bauch die Ursache für das Schreien sei, weil sie Bauchschmerzen und Blähungen verursacht. Man nannte das Syndrom daher Dreimonatskoliken. „Heute weiß man aber, dass die Luft im Bauch die Folge des Luftschluckens während des Schreiens ist“, so der BVKJ auf www.kinderaerzte-im-netz.de.

Experten sprechen heutzutage von einer „Regulationsstörung“, kurz: das Schreibaby braucht einfach etwas mehr Zeit, um in der harten Realität anzukommen, die so ganz anders ist als seine gewohnte, gemütliche Umgebung im Mutterleib. Es hat noch nicht gelernt, sich selbst zu beruhigen, so drückt es der BVKJ aus.

Aus osteopathischer Sicht sind die Ursachen für das Schreien oft Spannungen oder Kompressionen am Schädel, an der Wirbelsäule oder am Becken, die während der Schwangerschaft, vor allem aber bei der Geburt entstanden sind. Ein Osteopath spürt diese Probleme auf und behebt sie, nach Angaben des VOD „ohne Schmerzen und ohne Nebenwirkungen mit fast sofortiger Wirkung“. Der sanfte Einsatz der Hände werde vom Baby meist als sehr angenehm empfunden. In den meisten Fällen setze nach ein bis drei Sitzungen eine deutliche Verbesserung ein, so der VOD.

Osteopathen mit spezieller Qualifikation für die Behandlung von Kindern findet man im Internet unter www.osteopathie.de/therapeutenliste.