So funktioniert dreidimensionales Röntgen

Eine Computertomografie liefert innerhalb kurzer Zeit sehr genaue Bilder vom Körperinneren. (Foto: A. Khripunkov/Fotolia)
Eine Computertomografie liefert innerhalb kurzer Zeit sehr genaue Bilder vom Körperinneren. (Foto: A. Khripunkov/Fotolia)

Vor- und Nachteile der Computertomografie (CT) in der Diagnostik.

Es war ein Meilenstein, als der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen Ende des 19. Jahrhunderts jene Strahlen entdeckte, mithilfe derer erstmals das Innere des menschlichen Körpers abgebildet werden konnte. Heute sind Röntgenbilder in der klassischen Form und als Computertomogramm aus der Diagnostik nicht mehr wegzudenken. Das Prinzip ist einfach: Die von Röntgen entdeckte Strahlung ist so energiereich, dass sie den menschlichen Körper durchdringen kann. Dichteres Gewebe, wie etwa Knochen, lässt jedoch weniger Strahlen hindurch als Weichteile. Wie auf einem Film-Negativ bilden sich deshalb auf dem späteren Röntgenbild die Knochen hell und die Organe dunkel ab. Um einzelne Organe stärker voneinander abzugrenzen, wird in manchen Fällen noch ein Kontrastmittel eingesetzt.

Organe werfen „Schatten“

Beim klassischen zweidimensionalen Röntgen kommt es aber vor, dass Organe sich überlagern, quasi einen Schatten werfen. Gelöst wurde dieses Darstellungsproblem durch die Erfindung der Computertomografie (CT) Anfang der 70er Jahre. Erstmals konnte der Körper jetzt scheibchenweise von allen Seiten „durchleuchtet“ werden.

Bei einer Computertomografie wird der Patient auf einer Liege durch eine Art Ring hindurchgefahren. Das Röntgengerät kreist innerhalb dieses Rings um den Patienten herum. Ein Hochleistungscomputer rechnet die Einzelaufnahmen am Ende zusammen und macht eine dreidimensionale Ansicht des geröntgten Bereichs möglich. Um optimal scharfe Bilder zu erhalten, muss der Patient während der CT ruhig liegen und manchmal kurz die Luft anhalten. Je nachdem, welcher Bereich aufgenommen wird, dauert die Prozedur zwischen fünf und 30 Minuten.

Kurze Untersuchungszeit

Die Computertomografie liefert sehr genaue Bilder bei einer kurzen Untersuchungszeit, weshalb sie oft eingesetzt wird, wenn es schnell gehen muss: zum Beispiel bei schweren Mehrfach- oder Kopfverletzungen nach einem Unfall. Auch in der Krebsdiagnostik und der Verlaufskontrolle spielt sie eine wichtige Rolle.

Die kürzere Untersuchungszeit ist ein entscheidender Vorteil der CT gegenüber der Magnetresonanztomografie (MRT). Außerdem liefert die CT bei dichteren Geweben wie Knochen bessere Bilder als die MRT. Im Gegensatz zur MRT kann sie zudem problemlos bei Herzschrittmacherpatienten oder Menschen mit Metallimplantaten eingesetzt werden.

Nachteil: die Strahlenbelastung

Ein entscheidender Nachteil der Computertomografie ist die Strahlenbelastung. Wie hoch sie ausfällt, hängt unter anderem von der Strahlendosis sowie der Größe des zu untersuchenden Bereichs ab und kann nicht pauschal angegeben werden. Meist ist die Belastung höher als bei einer klassischen Röntgenaufnahme. Bei Schwangeren wird deshalb in der Regel kein Computertomogramm angefertigt.

Mithilfe neuerer Gerätegenerationen ist die Behandlungsdauer und damit die Strahlenbelastung bereits deutlich reduziert worden. Bei Menschen mit Vorerkrankungen müssen Nutzen und Risiko der Untersuchung trotzdem individuell abgewogen werden.