Stress erhöht Risiko für plötzlichen Herztod

Eine andauernde belastende Arbeitssituation in Kombination mit akutem Ärger, Angst oder anderen Aufregungen kann unter anderem zum plötzlichen Herztod führen. (Foto: Fotolia / Cmon)
Eine andauernde belastende Arbeitssituation in Kombination mit akutem Ärger, Angst oder anderen Aufregungen kann unter anderem zum plötzlichen Herztod führen. (Foto: Fotolia / Cmon)

(dbp/fru) Stress und Unsicherheitsgefühle nehmen in unserer Gesellschaft deutlich zu. Im schlimmsten Fall kann der ständige „Dystress“, also die Belastung durch negativen Stress, tödlich enden.

Laut dem aktuellen Deutschen Herzbericht sterben in Deutschland jährlich rund 200.000 Menschen an einem plötzlichen Herzstillstand. In nur etwas mehr als zehn Prozent der Fälle sind kardiale Risikopatienten betroffen, die nach einem Herzinfarkt bereits an einer Herzmuskelschwäche litten oder andere Herzerkrankung hatten.

Auf Warnsignale achten

Eine belastende Arbeitssituation, finanzielle Sorgen oder eine frustrierende Familiensituation lassen sich im Nachhinein in vielen Fällen als klassische Alarmzeichen für ein Burn Out-Syndrom ausmachen. Akuter Ärger, Angst oder andere Aufregungen sind dann meist nur der Auslöser. „Der plötzliche Herztod ereilt die Betroffenen entgegen einer verbreiteten Vorstellung in der Regel nicht nach einer einmaligen Aufregung“, erklärt der am Helmholtz Zentrum München tätige Psychokardiologe Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig. „In den meisten Fällen geht diesem unvorhersehbaren und schrecklichen Ereignis eine längere Phase mit chronisch depressiver Stimmungslage voraus. Solche Menschen sind dann in einer akuten Stresssituation besonders gefährdet“.

Dass die Ursachen dafür im emotionalen Bereich liegen können, hat unter anderem eine Studie aus Los Angeles nachgewiesen. Dort hatten Forscher die Auswirkungen eines schweren Erdbebens untersucht und dabei festgestellt, dass die Zahl der plötzlichen Herztodesfälle am Tag der Naturkatastrophe sprunghaft angestiegen war. Statt wie durchschnittlich 4,6 Menschen verzeichnete man am 17. Januar 1994 bei gleich 24 Menschen einen unvermittelten Herztod. „Neben der körperlichen Veranlagung spielt auch die Art, wie Menschen mit emotionalen Belastungen umgehen, eine wesentliche Rolle“, sagt Prof. Ladwig. Wer mit Stress besser umgehen kann, hat weniger Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.