Tröpfchenweise zur inneren Balance

Die Bach-Blüte Nr. 16 Honeysuckle (Geißblatt) soll Menschen helfen, die Probleme aus ihrer Vergangenheit bewältigen möchten. (Foto: emer / Fotolia)
Die Bach-Blüte Nr. 16 Honeysuckle (Geißblatt) soll Menschen helfen, die Probleme aus ihrer Vergangenheit bewältigen möchten. (Foto: emer / Fotolia)

Die Bach-Blütentherapie setzt auf energetische Schwingungen.

(dbp/mmr) In den 20er Jahren wurde der englische Arzt Edward Bach (1886-1936) besonders auf die psychischen Komponenten von Krankheiten aufmerksam. Später unterteilte er diese in 38 „disharmonische Seelenzustände“, denen er ebenso viele Blütenessenzen entgegensetzte. Gemäß Bach könnten mit der richtigen Kombination dieser Pflanzenauszüge körperliche und seelische Leiden therapiert werden.

Nicht „nur“ ein Medikament

Der Alternativbehandlung liegt ein ganzes Weltbild zugrunde: Jeder Mensch besteht aus einer unsterblichen Seele und einer sterblichen Persönlichkeit. Entsteht zwischen diesen ein Missverhältnis, schlägt sich dies zunächst auf das seelische Wohlbefinden nieder. Die negativen Seelenzustände verursachen ihrerseits sämtliche physische Beschwerden.

Die Arten der Disharmonie sind weit gefächert: Neben Arroganz, Pessimismus und Grübelsucht, fallen auch unangebrachtes Schuldgefühl und Desinteresse an der Gegenwart in die Systematik nach Bach. Die Blütentherapie zielt darauf ab, diese Zustände mit einer übergeordneten „energetischen Schwingung“ wieder zu harmonisieren. 37 Pflanzenteile, die von Bach intuitiv ausgewählt wurden, sowie Felsquellwasser tragen jeweils die positive Schwingung für einen der Seelenzustände in sich. Für die Therapie werden energetische Auszüge aus diesen erstellt – so genannte Essenzen.

So entstehen die Essenzen

Die Herstellung der Auszüge verläuft nach dem Kodex des Bach-Centre streng rituell: Die Pflanzenteile dürfen nur an einem sonnigen, wolkenlosen Morgen bei zunehmenden Mond gesammelt werden. Außerdem müssen die Sammler Handschuhe tragen. Danach werden jeweils 120 Gramm einer Blütenart in einem Liter Wasser in die Sonne gestellt. Manche der Pflanzen werden kurz in Wasser gekocht. Danach gilt das Wasser als „energetisch angereichert. Wie das Institut selbst angibt, findet keine stoffliche Veränderung des Wassers statt; dies werde auch nicht bezweckt, da die Schwingung allein wirke.

Zur Konservierung wird das angereicherte Wasser zum gleichen Teil mit Alkohol aufgefüllt. Nun wird die Blütenessenz auf 250 Liter verdünnt. Erst in dieser Dosis können die Essenzen in der Apotheke erworben werden – meist in Fläschchen à 10 Milliliter. Der Preis variiert von sechs bis zehn Euro pro Essenz. Neben den 38 elementaren Auszügen gibt es so genannte „rescue drops“ (Notfalltropfen), eine Essenz aus fünf verschiedenen Bach-Blüten, die sofortige Linderung bei Notfällen verspricht.

Eine Blüte für jeden Gemütsdefekt

Welche der Lösungen für den Patienten in Frage kommt, sollte er möglichst durch Selbstreflexion herausfinden. Jedoch rät das Bach-Centre, sich auf aktuelle emotionale Probleme zu konzentrieren und die Auswahl auf sechs oder sieben Blütenessenzen zu beschränken. Vier Tropfen der Präparate sollen vom Anwender viermal täglich in verdünnter Form getrunken werden. Grundlegend gilt aber jeglicher Körperkontakt mit den Schwingungen der Essenzen als heilsam.

Die Wirksamkeit der Bach-Blütentherapie ist nicht wissenschaftlich belegt. Da keine entsprechenden Studien vorliegen, wird sie in der Regel nicht von den Krankenkassen getragen.