Ungebetene Gäste auf dem Kopf

Läuse kommen besonders häufig in Kitas, Kindergärten und Schulen vor. (Foto: Fotolia / LuckyDragon)
Läuse kommen besonders häufig in Kitas, Kindergärten und Schulen vor. (Foto: Fotolia / LuckyDragon)

Kopfläusen muss schnell entgegengewirkt werden.

(dbp/fru) Mal wieder hängt das berüchtigte Schild, dass schon beim Lesen ein Jucken auf der Kopfhaut verursacht, am Eingang des Kindergartens: „Wir haben Läuse.“ Und schon bekommen die ersten Eltern Panik und nehmen die Kinder gleich wieder mit. So unberechtigt ist diese Reaktion gar nicht, denn haben Läuse einmal den Kopf in Beschlag genommen, bekommt man sie nicht so schnell wieder los. „Als ungebetene Gäste sind sie oft in Kitas, Kindergärten und Schulen zu finden. Wenn sie sich einmal eingenistet haben, verschwinden sie nicht von selbst. Es gibt aber verschiedene wirksame Behandlungen, mit denen man die kleinen Blutsauger loswird“, beruhigt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) panische Eltern.

Mangelnde Hygiene ist kein Faktor

Läuse verbreiten sich von Haar zu Haar. Die landläufige Meinung, dass sie von Kopf zu Kopf hüpfen, ist schlichtweg falsch. Sie können zwar nicht springen aber dafür ziemlich gut klettern. Und das machen sie dann auch, wenn Kinder z. B. ihre Köpfe zusammenstecken und wechseln dadurch ihren Wirt. Wenn der Kopf juckt, siedeln die Kopfläuse für gewöhnlich schon seit etwa zwei Wochen im Haar. Und das hat auch nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Täglich die Haare waschen verhindert einen Befall mit Kopfläusen nicht, denn Läuse leben nicht von Schweiß, Talg oder Schmutz, sondern vom Blut ihres Wirts. Kopfläuse übertragen auch keine Krankheiten, allerdings ist der Befall ziemlich lästig.

Laut dem Infektionsschutzgesetz sind Eltern dazu verpflichtet, den Kindergarten oder die Schule zu informieren, wenn Sie bei ihren Sprösslingen einen Kopflausbefall bemerken. Diese wiederum müssen dann das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen und auch die Eltern anderer Kinder darauf aufmerksam machen. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann man der Plage Herr werden und die Ausbreitung der Parasiten eindämmen.

Nissenkamm und Läusemittel

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt im Kampf gegen die Läuse eine Kombination aus verschiedenen Methoden. Dazu gehören sowohl ein sogenannter Nissenkamm als auch Insektizide oder andere Arzneimittel. Der Nissenkamm ist für die Diagnose aber auch für die Behandlung hilfreich. Er hat lange, eng sitzende Zinken, an denen die Läuseeier (Nissen) hängen bleiben. Ein guter Läusekamm sollte nach Angaben der Deutschen Pediculosis Gesellschaft einen Zinkenabstand von weniger als 0,3 Millimetern haben. Vor dem Auskämmen sollten die Haare mit Shampoo gewaschen werden. Ein Grund dafür ist, dass im schamponierten Haar die Läuse nicht so gut krabbeln können und auch das Kämmen weniger weh tut. Anschließend kann eine handelsübliche Pflegespülung verwendet werden.

Das RKI empfiehlt, zusätzlich auch ein Läusemittel zu benutzen. Diese enthalten meist ein Schädlingsbekämpfungsmittel und sind als Spray oder Lösung rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Hier sollten unbedingt die Anweisungen auf der Packungsbeilage bezüglich der Einwirkzeit befolgt werden. Die Behandlung sollte auf jeden Fall nach dem neunten oder zehnten Tag wiederholt werden, weil man damit auch noch nachgeschlüpfte Larven entfernt. Auch sogenannte kriechende Öle, wodurch die Läuse mit einer dicken Ölschicht bedeckt und erstickt werden sollen, können zur Anwendung kommen. Sollten Entzündungen durch ein Läusemittel oder durch zu starkes Kratzen auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt für Eltern, die sich bei der fachgerechten Läusebehandlung unsicher sind.