Vorsicht beim Sex!

Wenn die Geschlechtsorgane jucken oder brennen, könnte eine Geschlechtskrankheit dahinter stecken. (Foto: SENTELLO / Fotolia)
Wenn die Geschlechtsorgane jucken oder brennen, könnte eine Geschlechtskrankheit dahinter stecken. (Foto: SENTELLO / Fotolia)

Geschlechtskrankheiten können durch viele Erreger übertragen werden.

(dbp/fru) Bei Geschlechtskrankheiten handelt es sich um sexuell übertragbare Erkrankungen oder Infektionen. Meistens begegnen einem in diesem Zusammenhang  die englischen Abkürzungen STD (sexually transmitted diseases) und STI (sexually transmitted infections). Der Unterschied zwischen einer Ansteckung (Infektion) und einer Erkrankung sei übrigens ziemlich wichtig, erklärt die GSSG – Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit auf ihren Internetseiten. Denn wie auch bei anderen ansteckenden Krankheiten könne einige Zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitsanzeichen (Symptomen) vergehen. In dieser Zeit macht sich die Ansteckung gar nicht bemerkbar. Trotzdem kann man sich beim Partner anstecken oder wenn man selbst infiziert ist, die Ansteckung weitergeben.

Gesellschaftlich immer noch tabu

Geschlechtskrankheiten können durch eine ganze Reihe Erreger übertragen werden, wie z. B. durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten. Bei normalem Kontakt im Alltag, wie Händeschütteln, kann dies jedoch nicht passieren. Die Erreger von Geschlechtskrankheiten brauchen nämlich ganz spezielle Umweltbedingungen. Die GSSG weist darauf hin, dass sie außerhalb des menschlichen Körpers meist nur für sehr kurze Zeit überleben können. Umso leichter haben es die Erreger bei sexuellen Aktivitäten, von einem Körper zum anderen zu gelangen, da man sich hier in der Regel sehr nahe kommt.

„Weltweit werden pro Jahr etwa 340 Millionen neue Fälle von Sexuell übertragbaren Krankheiten erworben, betroffen sind vor allem Männer und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. Während die Übersexualisierung der Gesellschaft im Alltag fortschreitet, nimmt gleichzeitig auch die Tabuisierung der Geschlechtskrankheiten zu“ sagt Prof. Dr. Norbert Brockmeyer vom Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin am Klinikum Bochum auf der Internetseite derma.de, dem Informationsangebot der deutschsprachigen Dermatologie.

Mehr sexuelle Bildung notwendig

Während bei AIDS, Hepatitis und Syphilis große Therapieerfolge zu verzeichnen sind, bereiten Antibiotikaresistenzen den Medizinern große Sorge. Vor allem bei der Gonorrhö entwickeln sich seit einiger Zeit gefährliche Resistenzen, in Japan sind komplett immune Gonokokken entdeckt worden. „Die pharmazeutische Forschung muss intensiviert werden und der Gesetzgeber sollte steuernd eingreifen“, fordert Professor Brockmeyer.

In Deutschland sei die Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG) als medizinische Fachgesellschaft die stärkste Institution, die sich für Aufklärung, Prävention sowie optimierte Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen in Politik und Gesellschaft einsetzt. „Nur wer Zugang zu Informationen hat, kennt seine Rechte und Möglichkeiten der medizinischen oder psychologischen Versorgung. Nur derjenige kann sich auch bewusst präventiv verhalten, Anzeichen für Mißstände, Probleme und Krankheiten erkennen und Beratungs- und Behandlungsangebote finden und wahrnehmen“, fasst Präsident Brockmeyer das Engagement der in Bochum ansässigen Einrichtung zusammen.