Vorsorge kann Blindheit vermeiden

Die Messung des Augeninnendrucks ist ein Bestandteil der Glaukom-Früherkennung. (Foto: jyleken / Fotolia)
Die Messung des Augeninnendrucks ist ein Bestandteil der Glaukom-Früherkennung. (Foto: jyleken / Fotolia)

Glaukom, AMD und diabetische Retinopathie sind Hauptursachen für Sehverlust

(dbp/auh) Die „Woche des Sehens“ ist eine Informationskampagne, die seit 2002 jedes Jahr im Oktober auf die Themen Sehbehinderung und Blindheit aufmerksam macht. Das Motto in diesem Jahr lautet „Gute Aussichten“, denn nach Angaben der Veranstalter sind die Aussichten zur Vermeidung von Blindheit gut, wenn Vorsorge getroffen wird. Was sind die Hauptursachen für Sehverlust und wie kann man vorbeugen?

In Deutschland sind drei Augenkrankheiten für drei Viertel aller Erblindungen verantwortlich: die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), das Glaukom („grüner Star“) und die diabetische Retinopathie. Weltweit ist der graue Star (Katarakt) die häufigste Erblindungsursache. Der graue Star kann schon seit vielen Jahren mit dem operativen Ersatz der trüben Augenlinse durch eine Kunstlinse geheilt werden, wobei die chirurgischen Techniken und die Implantate immer ausgefeilter werden. Heute lässt sich die Sehqualität nach der Operation den Bedürfnissen der Patienten entsprechend steigern; Komplikationen werden immer seltener.

Die häufigsten Ursachen für Blindheit sind vermeidbar

Für die AMD, das Glaukom und für diabetische Augenkrankheiten gilt: Sie sind zwar nicht heil- aber behandelbar. Und je früher sie erkannt werden, desto besser stehen die Chancen, das Augenlicht zu erhalten. Die aggressive feuchte Form der AMD und andere Erkrankungen der Netzhaut können Augenärzte heute mit Medikamenten behandeln, die das krankhafte Wachstum von Blutgefäßen im Auge wirksam unterdrücken. Damit müssen die Patienten das Schicksal des Sehverlustes heute nicht mehr hinnehmen. Früherkennungsuntersuchungen sind die Voraussetzung dafür, dass die Therapie rechtzeitig beginnt, idealer Weise schon bevor die Patienten Symptome bemerken. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) beteiligt sich allerdings an keiner dieser Präventionsmaßnahmen.

Augeninnendruck ist nur ein Anhaltspunkt

Auch die Glaukom-Früherkennung ist keine Kassenleistung. Das Glaukom ist die dritthäufigste Augenkrankheit in Deutschland. Bei knapp einer Million Patienten stand im Jahr 2012 die Diagnose fest, bei rund 1,3 Millionen ließen sich wichtige Risikofaktoren für das Glaukom – wie ein erhöhter Augeninnendruck – feststellen. Die Messung des Augeninnendrucks allein genügt aber nicht. Zum einen entwickelt nicht jeder Mensch mit einem erhöhten Wert ein Glaukom, zum anderen haben zwischen 30 und 50 Prozent aller Glaukompatienten keinen erhöhten Augeninnendruck.

Neben der Augeninnendruckmessung (Tonometrie) stehen dem Augenarzt weitere Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dazu zählt nach Angaben von Professor Christian Mardin von der Universitäts-Augenklinik Erlangen die „gründliche Untersuchung der Papille (der Stelle am Augenhintergrund, an der der Sehnerv das Auge verlässt)“ und gegebenenfalls noch die Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie). Darüber hinaus kann der Augenarzt auch das Gesichtsfeld überprüfen (Perimetrie).

Die „Woche des Sehens“ ist eine gemeinsame Aktion von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) sowie der PRO RETINA Deutschland.

Die Veranstalter sind der Meinung: „Gute Aussichten für den Erhalt des Augenlichts kann sich jeder Mensch selbst sichern, indem er beim Augenarzt nach den für ihn individuell sinnvollen Früherkennungsuntersuchungen fragt.“