Zu viel Fruchtzucker kann krank machen

Lecker und voller wertvoller Vitamine – problematisch nur für Menschen mit einer Fructose-Unverträglichkeit. (Foto: Africa Studio / Fotolia)
Lecker und voller wertvoller Vitamine – problematisch nur für Menschen mit einer Fructose-Unverträglichkeit. (Foto: Africa Studio / Fotolia)

Bei Fructose-Intoleranz muss die Ernährung langsam umgestellt werden

(dbp/pay) Diagnose: Fructose-Intoleranz. „Darf ich nun nie wieder Obst essen?“, ist oft die erste Frage, die Betroffenen dabei durch den Kopf geht. Aber ein völliger Verzicht ist gar nicht notwendig, wenn Patienten lernen, Symptome einzuordnen und ihre Ernährung umstellen.

Fructose-Intoleranz entsteht durch einen Defekt im Dünndarm. Für den Fruchtzucker ist dort das Transportprotein GLUT-5 zuständig. Ist dieses Protein nicht ausreichend vorhanden oder überlastet, kommt es zu unangenehmen Beschwerden: Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall. Eine Ernährungsumstellung und ein bewusster Umgang mit Fruchtzucker schaffen Abhilfe.

Immer mehr Fructose in der Nahrung

Laut Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind schätzungsweise zwei von drei Kindern und jeder dritte Erwachsene von der Fructose-Intoleranz betroffen. Die meisten haben allerdings keine Symptome. Die DGE sieht veränderte Essgewohnheiten, die zunehmende Verwendung von Fructose in der Lebensmittelindustrie und verbesserte diagnostische Methoden als Grund für die häufige Diagnose in den vergangenen Jahren an.

Steht die Diagnose fest, hilft nur eine Ernährungs-Umtellung. Dabei hat sich ein Drei-Stufen-Modell bewährt. Betroffene verzichten in der ersten Phase – der Karenzphase – zwei bis vier Wochen lang auf Frucht- und Haushaltszucker. So kann sich der Darm erholen und die Beschwerden lassen nach. Wichtig ist in dieser Phase, nicht mehr als ein bis zwei Gramm Fruchtzucker zu sich zu nehmen und auf den Zuckeraustauschstoff Sorbit zu verzichten. Auf Obst, ganz besonders auf Trockenobst, muss weitestgehend verzichtet werden, während fructosearme Gemüsesorten und Blattsalate erlaubt sind. Verzichtet werden muss auch Softdrinks und Süßigkeiten, die oft ganz erhebliche Anteile Fructose enthalten.

Testen und dokumentieren, wie viel vertragen wird

Nach dem die Beschwerden abgeklungen sind, testen Betroffene in Phase zwei aus, wie viel Fruchtzucker sie vertragen. Das ist bei jedem Menschen anders und es gibt kaum Vorgaben. Jedoch weisen Experten darauf hin, dass jeden Tag nur ein fruchtzuckerhaltiges Nahrungsmittel verzehrt werden sollte, um mögliche Beschwerden besser einzuordnen. Dabei sollte nicht nur der Fruchtzuckergehalt eine Rolle spielen, sondern auch die Regelmäßigkeit. Ein Ernährungstagebuch zu führen, ist ratsam.

Es ist nicht empfehlenswert, dauerhaft auf Fruchtzucker und Obst oder Gemüse zu verzichten, da Vitamin- und Mineralstoffmangel die Folge sein können. Außerdem würden die Fructose-Transporter im Dünndarm weiter absinken und die Unverträglichkeit erhöhen. Deshalb ist Phase drei der Umstellung wichtig. Diese soll, laut DGE, fließend in die Dauerernährung übergehen und ausgewogen gestaltet werden. Die Verträglichkeit von Fructose könne sich nach einiger Zeit der Ernährungsumstellung deutlich verbessern. Die DGE rät daher, die individuelle Toleranzgrenze erneut zu testen. Besonders bei Kindern könne die Aufnahme mit zunehmendem Alter besser werden.